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Mit Kindern im Alltag beten

Gebet in den Alltag zu integrieren kann aus verschiedenen Gründen für uns Eltern schwierig sein. Es gibt viele Termine, der Haushalt, Schule, Kindergarten, Hobbys der Kinder, Treffen mit Freunden und dann noch all die Gefühlen die begleitet werden wollen!

Wo, wann und wie soll ich dann bitte noch entspannt mit meinen Kindern beten? Das klingt eher wie ein weiterer Punkt auf meiner To-Do Liste. Ich habe gar keine Ahnung, wie ich da anfangen könnte. Und ehrlich gesagt habe ich oft auch gar keine Lust, es macht sowieso keiner mit! 

Kommen dir diese Gedanken bekannt vor? Dann bist du definitiv nicht alleine! 

 

EINFACH. ALLTAGSTAUGLICH.

Im Alltag stehen wir ganz oft unter Daueranspannung, wir funktionieren einfach weiter, egal wie es uns gerade geht, weil wir das so gelernt haben oder wir selbst und andere das von uns erwarten. Daher möchte ich zuallererst einmal den Druck rausnehmen und dir etwas sagen: Es darf leicht und einfach sein. 

 

Einfach bedeutet nicht, dass es schlechter also weniger wert ist oder weniger echt und herzlich. Einfach bedeutet realistisch und alltagstauglich.  Ich bin davon überzeugt, dass wir es uns einfach machen dürfen, denn es ist eine Begegnung mit Gott und die funktioniert nicht, wenn wir in Anspannung und im Stress sind. Sie bedarf unserer Authentizität. Außerdem spüren Kinder, ob wir es wirklich so meinen, oder ob wir nur etwas "runterbeten", weil wir es uns vorgenommen haben.

 

HINDERNIS.

Das Zweite, was ich dir ans Herz legen möchte: Finde dein persönliches Hindernis!

Ich kann erst mit meinen Kindern beten, wenn die Stimmung passt, wenn genug Zeit ist, wenn ich weiß was ich sagen kann, wenn sie älter sind, wenn alle mitmachen, wenn _____ (setzte hier gerne ein, was dein persönliches Hindernis ist).

 

Und jetzt ganz wichtig: Lass dein Hindernis DA SEIN. Versuch es nicht dir auszureden. Es hat eine Berechtigung, denn es zeigt dir was in deinem Innersten vorgeht! 

z.B. Du hast die Sehnsucht in dir, dass das gemeinsame Gebet eine schöne Erfahrung ist. Natürlich stört es dich dann, wenn irgendjemand Faxen währenddessen macht! 

Dein Hindernis hat also Berechtigung, es beschützt deine Sehnsüchte, Erwartungen und Vorstellungen. Dein Nervensystem reagiert deshalb mit ablehnender Haltung gegenüber dem Gebet, weil es Gefahr wittert. Es sagt dir: Deine schöne Vorstellung könnte zerstört werden, also lass' es lieber. 

 

Wenn du dein Hindernis erkannt hast, deine Glaubenssätze, die du über das gemeinsame Gebet unbewusst verinnerlicht hast, bist du schon einen großen Schritt weiter! Das ist großartig! 

 

TROTZDEM.

Und jetzt möchte ich dich ermutigen: Mach es TROTZDEM! 

Bete, auch wenn die Stimmung schlecht ist, keiner zuhört oder einer sogar "Das ist blöd!" dazwischen ruft. Bete, auch wenn du dir denkst, dass ein kurzes Gebet nichts bringt. Bete, auch wenn du denkst, dass sie eh noch nichts verstehen und es sinnlos ist. Bete, auch wenn du gar nicht weißt was du sagen sollst und dir vielleicht komisch vorkommst, weil es für dich selbst Neuland ist. BETE. 

 

Wieso? Weil es wird immer irgendein Hindernis geben wird. Doch es ist gut dein Hindernis zu kennen, denn so kannst du dich selber besser begleiten und dir selber Hilfestellungen geben. 

z.B. Ich weiß, dass meine Kinder noch klein sind und noch nicht viel verstehen. Ich bete jetzt trotzdem ein kurzes Abendgebet und wer weiß vielleicht beten sie eines Tages mit. 

z.B. In der Früh ist es immer sehr stressig, trotzdem kann ich einen kurzen Satz im Auto sprechen, während wir sowieso alle gemeinsam im Auto sitzen: Jesus, bitte segne unseren Tag. Amen. 

z.B. Meine Kinder werden jetzt wahrscheinlich nicht mitmachen, weil sie gerade grantig sind. Ich bete trotzdem: Jesus, schenke uns Kraft diesen Konflikt zu lösen. 

z.B. Ich weiß noch nicht wie ich ein Gebet formulieren kann, daher stecke ich mir einfach dieses Kindergebetbuch ein und immer wenn wir im Zug sind lese ich eine Seite vor. 

 

Das TROTZDEM funktioniert nur, wenn dein Gebet in deinen Alltag passt. Und damit schließt sich der Kreis. 

Ein ganzes Rosenkranzgebet ist mitten in einem Streit nicht möglich, aber ein Satz schon. Eine Stunde Kinderandacht und dazu spannende Bastelprojekte sind toll, doch ein Gebet unterwegs ist genau so viel wert. Für eine halbe Stunde Lobpreis haben deine Kinder vielleicht noch nicht genug Sitzfleisch, doch ein Lied begleitet mit ein paar Rasseln und Trommeln ist bestimmt machbar. Bei dem klassischen Abendgebet blocken deine Kinder total ab, doch wie wäre es wenn ihr Jesus einfach gemeinsam von eurem Tag erzählt?

Du hast immer irgendeinen HANDLUNGSSPIELRAUM, um Gebet in deinen Alltag zu integrieren. 

 

EINFACH. ALLTAGSTAUGLICH. TROTZDEM.

 

So kommt Leichtigkeit in deinen Gebetsalltag mit deinen Kindern. Und wenn wir in die Umsetzung kommen - egal was gerade los ist - dann setzen wir damit einen Prozess in Gange, der so viel Schönes, Gutes, ja so viel Leben mit sich bringen wird! 

 

In diesem Sinne möchte ich für jeden Einzelnen hier beten, der das gerade liest:

Gott, unser Vater, ich danke dir für die Sehnsucht nach Gebet, die du in uns gelegt hast Ich bitte dich, hilf uns, unsere Hindernisse zu erkennen, anzunehmen und trotz allem immer wieder in deine Arme zu laufen. Danke, dass du schon auf uns wartest und uns empfängst. Danke, dass wir bei dir willkommen sind, so wie wir sind. 

Amen. 

 

Ich hoffe, du konntest dir etwas für deinen Alltag mit Gott und deiner Familie mitnehmen 🤍 

 

Ganz viel Segen,

Paulina Stetter

Gründerin von Priorität Begegnung