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Loben zieht nach oben

von Julia Regner


Vor einigen Jahren war ich auf einer Faschingsparty, wo jemand ein Schild mit den Worten „loben zieht nach oben“ umgehängt hatte. Als ich das las, musste ich schmunzeln und dachte mir nur, dass sich diese Person einen guten Reim überlegt hat. Erst einige Jahre später erfuhr ich, dass es genau diesen Satz in der Bibel gibt.

 

Loben zieht nach oben. Danken schützt vor Wanken.

Eph 5,15

Ich habe besonders in den letzten Jahren erfahren dürfen, dass dieser einfache Satz wahr ist – ja, loben zieht wirklich nach oben!

Lobpreis ist eine Form des Gebets. Diese Form des Gebets begleitet mich in meinem Leben mit Gott schon seit längerer Zeit und mittlerweile ist der Lobpreis zu meinem Herzensgebet geworden. Aber das war nicht immer so. Als ich die ersten Male bei einem Lobpreis dabei war, habe ich erlebt, dass die meisten Menschen dabei strahlten, die Hände in die Höhe gaben und Jesus für alles priesen. Ehrlich gesagt, hat mich das ein bisschen eingeschüchtert und ich habe mich dabei nicht wohlgefühlt. Mir war oft nicht nach Lobpreis zumute, wenn es innerlich in mir dunkel war. Ich dachte mir, wozu ich Lobpreis machen sollte, wenn ich mich nicht danach fühlte.

Erst mit der Zeit durfte ich erfahren und erleben, dass es beim Lobpreis um viel mehr als um meine Gefühle geht. Es geht in erster Linie darum, Gott zu preisen, wie Er ist und nicht für das, was Er in meinem Leben schon ‚erfüllt‘ hat. Beim Lobpreis geht es darum, auf Gott und Seine Größe zu schauen. Wenn ich versuche, meinen Blick auf Gott und nicht auf meine Probleme zu richten, kann sich etwas verwandeln. 

 

Lobpreis ist nicht nur für die sonnigen Stunden in unserem Alltag gedacht. Mit der Zeit habe ich gelernt, Gott auch zu preisen, wenn es mir nicht gut geht. Ich darf erleben, dass sich genau dann etwas in mir verändert. Ich kann wieder auf Jesus schauen und vertrauen, dass Er mich sieht und mir in den schweren Situationen hilft. 

 

Am liebsten mache ich Lobpreis zusammen mit anderen – wir singen Lieder und zwischendurch kann jeder seinen persönlichen Dank Gott bringen, laut oder leise. Dabei geht es nicht darum, dass man besonders viel oder schön reden muss. Wichtig ist nur, dass unser Lobpreis authentisch bleibt.

 

Tipps, die zum Lobpreis helfen können:

  • Vielleicht möchtest du ein eigenes Heft oder Buch gestalten, wo dein persönlicher Dank hineinkommt.  
  • Nimm dir am Abend einen kurzen Moment der Stille und überlege dir, wofür du Gott heute besonders Danke sagen möchtest. Wo hat Gott dich überrascht?
  • Vielleicht hast du Menschen in deiner Umgebung, die zusammen mit dir einen Lobpreis machen wollen. Ihr könnt eine Runde machen, wo jeder einen Dank sagt. Gemeinsam ist es oft leichter!
  • Wenn dir der Lobpreis mal besonders schwerfällt, schaue auf die letzten Jahre deines Lebens zurück – wo hat Gott in deinem Leben schon gewirkt? Wo und wann hast du Ihn schon erfahren als jemanden, der dich nicht im Stich lässt?
  • Manchmal hilft es auch, Gott mit Eigenschaften zu beschreiben und zu preisen. Unser Kopf weiß, dass Gott gut und barmherzig ist – nur manchmal spüren wir es nicht oder können es nicht glauben. Da kann es helfen, Gott mit Adjektiven zu beschreiben, so wie er für uns ist. Wenn wir es aussprechen, kann es vom Kopf leichter in unser Herz gelangen.

Wenn dir diese Form des Gebets noch sehr fremd ist, dann möchte ich dir zum Schluss mitgeben, dass es bei mir auch lange gedauert hat, bis der Lobpreis zu meinem Herzensgebet geworden ist. Lass dir Zeit – du wirst immer tiefer in dieses mächtige Gebet eintauchen können!

 

Ich wünsche dir und bete für dich, dass du auch die Kraft des Lobpreises in deinem Alltag und Leben erfahren kannst. Vergiss nicht: Loben zieht nach oben!

 

Deine Julia


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